Vom Problem zur Lösung: Wie PLANFRED entstanden ist
Wie aus einem Gespräch beim Abendessen in Sri Lanka ein Tool geworden ist, das heute auf Baustellen im gesamten DACH-Raum im Einsatz ist: die Gründungsgeschichte von PLANFRED.
Manche Ideen entstehen im Büro. Diese ist bei Fisch und kühlen Getränken am Strand von Sri Lanka entstanden.
Es war vor über 15 Jahren, als drei Freunde gemeinsam Urlaub gemacht haben. Hannes, Bernd und Maximilian kennen sich seit der Schulzeit. Sie sind bereits alle selbstständig: Hannes als Baumeister mit Architekturbüro, Bernd und Maximilian mit einer gemeinsamen Werbeagentur.
An diesem Abend, die Sonne ist gerade untergegangen, hat Hannes erzählt, wie es ihm in der Baubranche geht. Es ist immer wieder dasselbe Problem: Alte Planstände kursieren auf der Baustelle, niemand weiß, welche Version gerade gilt, und das kostet Zeit und Nerven. Aus diesem Gespräch heraus ist ein Gedanke entstanden. Die Idee: ein einfacher, browserbasierter Planserver, der Up- und Downloads dokumentiert. Simpel, klar, ohne Schnickschnack. Etwas, das es zu diesem Zeitpunkt noch nicht gegeben hat.
Von der Idee zum Prototyp
Zurück in Österreich hat das Trio sofort mit der Ausarbeitung begonnen. Hannes hat das Branchenwissen mitgebracht, Bernd und Maximilian haben Software-Entwicklung und UI/UX-Design abgedeckt. Die Idee hat Form angenommen. Als Nächstes haben sie sich eine Meinung von jemandem geholt, der täglich mit dem Problem konfrontiert ist: Martina, damals Projektleiterin in der Architekturplanung. Sie ist sofort überzeugt gewesen.
Es folgten lange gemeinsame Bürotage. Viele Ideen, viele Diskussionen, eine klare Leitlinie: Das Tool soll einfach zu bedienen sein, ohne unnötige Features, die verwirren statt zu helfen. Alle haben mit Begeisterung an ihrem Projekt gearbeitet. Und am Ende ist ein fertiger Prototyp entstanden.
Der Name
Jetzt hat das Projekt einen Namen gebraucht. Er soll leicht verständlich sein, kein Buchstabieren, kein Erklären. Und er soll persönlich klingen, wie ein Kollege, der beim Planmanagement mithilft. Da es bei dem Projekt um Pläne geht und Kollegen nun mal Namen haben, ist es am Ende PLANFRED geworden.
Die ersten Jahre
Ein Produkt zu bauen ist eine Sache. Es am Markt zu etablieren, eine andere. Die Finanzierung und Weiterentwicklung hat das Team fast ausschließlich aus eigener Kraft gestemmt und das neben Vollzeitjobs und einer Lebensphase, in der alle vier auch privat viel auf dem Plan gehabt haben. Das Team ist damals Mitte bis Ende dreißig gewesen, Familiengründungen inklusive. Dafür hat es Durchhaltevermögen gebraucht.
Die ersten Nutzer*innen, kostenfreie Testuser*innen in der Baubranche, haben positiv reagiert. Pläne sind rechtssicher dokumentiert worden, Rückfragen sind weggefallen, die Bedienung war einfach. „Das war ein irres Gefühl", erinnert sich Mitgründer Hannes. „Wir konnten es kaum glauben, dass unsere Software professionell in der Branche eingesetzt wurde und bei realen Bauprojekten Pläne damit ausgetauscht wurden." Durch Kontakte zu öffentlichen Stellen, wie zum Beispiel zur BOKU Universität Wien, fand PLANFRED auch dort schnell Einzug. Die Rückmeldungen lassen sich in zwei Worten zusammenfassen: „Super Tool.“
Wachstum mit Substanz
2013, drei Jahre nach dem Abend in Sri Lanka, hat PLANFRED sein Produkt beim „Stadtgespräch WienWin" in Aspern präsentiert und gute Resonanz bekommen. Kurz darauf ist eine Förderung durch die Wiener Innovationsförderung ZIT gefolgt, die notwendige Finanzierung für Marketing und Weiterentwicklung.
Martina hat kurz darauf ihren Job gekündigt und ist voll bei PLANFRED eingestiegen. Sie hat die ersten Kund*innen gewonnen. Bis sie die Marke von 100 Kund*innen überschritten hatten, sind ganze fünf Jahre vergangen. Ein Riesenerfolg. Seitdem ist es steil bergauf gegangen. Mittlerweile hat PLANFRED knapp 300.000 User*innen.
Was geblieben ist
Hannes, Bernd, Martina und Maximilian haben viel Zeit, Energie und Überzeugung in PLANFRED gesteckt. Was sie von Anfang an angetrieben hat: etwas Eigenes zu schaffen, das anderen die Arbeit erleichtert. Diese Vision ist bis heute spürbar. Wer mit den Vieren über PLANFRED spricht, sieht ihre Leidenschaft sofort: Die Augen leuchten, die Hände fangen an zu gestikulieren.
Das Planproblem auf Baustellen ist real gewesen. Sie haben es gelöst. Vor über 15 Jahren.